RULES (2025) | SUPERPOSITION

Lange Zeit war Krieg etwas Abstraktes; heute sehen wir bewaffnete Konflikte fast live – und manchmal beunruhigend nah. Während politische Entscheidungsträger auf Grundlage strategischer Interessen handeln, werden wir mit den schmerzhaften Folgen konfrontiert. Das zwingt uns, Stellung zu beziehen: Wie weit dürfen wir gehen, um unsere Werte zu verteidigen? Dürfen wir Gewalt einsetzen, um Grundrechte zu schützen? Und wenn Gewalt einmal ausbricht – wo ziehen wir die Grenze?

Das sind die Fragen, die das humanitäre Völkerrecht zu beantworten versucht. Es macht den Unterschied zwischen einer Welt, in der Verwundbare geschützt werden, und einer Welt, in der Macht alles rechtfertigt.

GREIFST DU EIN ODER NICHT?

Die Installation Rules macht die Bedeutung des humanitären Völkerrechts durch Tanz spürbar. Zwischen schwelenden Resten führt uns die Choreografie in eine Welt, in der die Regeln des Krieges gebrochen werden. Als Zeugin wirst du eingeladen, einzugreifen. Siehst du weg, bröckelt das Recht. Chaos und Unmenschlichkeit kehren zurück. Als Zuschauerin balancierst du auf dem schmalen Grat zwischen Passivität und Einmischung, zwischen Mitverstrickung und Verantwortung. Schutz ist kein Naturgesetz, sondern eine Entscheidung, die wir immer wieder treffen. Die bewegten Körper halten uns eine unbequeme Wahrheit vor: Recht existiert nicht ohne die Bereitschaft, es zu verteidigen.

Drücke den Knopf neben einer Projektion, um die Wirkung des humanitären Völkerrechts zu erleben.