KRIEGSRECHT | Grenzen der Gewalt
Hugo Grotius ist vor allem für seine spektakuläre Flucht aus Schloss Loevestein bekannt. Doch sein eigentliches Vermächtnis sind seine Ideen über Frieden, Freiheit und Recht. Diese Gedanken bilden die Grundlage des heutigen humanitären Völkerrechts. Genau dieses Recht steht heute unter Druck. Es wird verletzt, und Staaten ziehen sich von Verträgen oder Institutionen zurück, die es überwachen.
Wie entstand das Kriegsrecht? Und welchen Wert haben die Verträge noch immer – selbst in einer Welt voller Konflikte?
Auf den Spuren von Hugo Grotius
Vor 400 Jahren schrieb Hugo Grotius De Iure Belli ac Pacis (Über das Recht von Krieg und Frieden). Darin legte er Regeln zum Schutz von Zivilisten im Krieg fest – Regeln, die bis heute gelten. Eine einzelne Person kann den Unterschied machen. Viele folgten seinem Beispiel: das Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, KidsRights – und auch ganz normale Menschen. Lass dich von seinem Vermächtnis inspirieren.
Unruhige Zeiten
Um 1600 war die Republik von Konflikten erschüttert. Während des Zwölfjährigen Waffenstillstands wurde ein religiöser Streit zum Machtkampf. 1619 ließ Prinz Maurits Johan van Oldenbarnevelt hinrichten; seine Berater Hugo Grotius und Rombout Hogerbeets erhielten lebenslange Haft in Loevestein – seither ein Symbol für politische Gefangenschaft.
Porträt von Hugo Grotius. Jacob Houbraken, 1749–1759.
’t Huys te Lovensteyn. Claes Jansz. Visscher (II), 1630. Sammlung Rijksmuseum Slot Loevestein.
Das wahre Gesicht von Johan van Oldenbarnevelt. Unbekannter Künstler, 1900–1920. Sammlung Rijksmuseum Slot Loevestein.




