IN ABWESENHEIT DES FRIEDENS | Entwicklung des Kriegsrechts

Die ewige Ruhe will nicht gelingen. Seit fast 4000 Jahren versuchen Menschen, das Grauen des Krieges durch Absprachen und Verträge zu begrenzen. Die wichtigsten Meilensteine siehst du auf der Zeitachse.

Diese Verträge sind eng verknüpft mit geopolitischen Ereignissen, technischen Neuerungen oder persönlichen Erfahrungen von Kriegsleid. Oft rufen sie nach einer Reaktion: Nie wieder! Deshalb zeigen wir hier auch einige „Vorkämpfer“ – Menschen, die sich mit Kopf, Herz und Händen für Recht und Frieden einsetzen.

LEGENDE

  • Vertrag: rechtlich bindende Vereinbarung zwischen Staaten
  • Konvention: ein Vertrag, oft zu Menschenrechten oder Kriegsrecht
  • Protokoll: Ergänzung/Änderung zu einem Vertrag
  • Resolution: Stellungnahme/Aufforderung einer internationalen Organisation, meist nicht rechtsverbindlich
  • Politische Erklärung: Absichtserklärung von Staaten, ohne rechtliche Verpflichtung

ZEITLINIE

18e Jh. v. Chr. — Babylon & Mesopotamien

Hammurabi
Sechster König von Babylon, Begründer des Altbabylonischen Reiches (1792–1750 v. Chr. Eroberung ganz Mesopotamiens).
Codex Hammurabi
Älteste bekannte Gesetzessammlung. Im Kriegs-Teil: Soldaten müssen auf Befehl kämpfen; Kriegsgefangene können sich freikaufen.

500 v. Chr. – 200 n. Chr. — Die hinduistische Antike

Wachsende Ordnung
Ab 1500 v. Chr. entsteht in Nordindien eine komplexe Gesellschaft; mit Macht und Konflikten wächst der Bedarf an Ordnung, Gerechtigkeit und Regeln.
Manu Smriti
Sammlung hinduistischer Gesetze zu Verhalten, Recht und Krieg. Gewalt muss gerechtfertigt sein – mit Respekt für Gefangene und Zivilisten.

Frühes 7. Jahrhundert — Früher Islam

Abu Bakr
Freund, Verbündeter und Schwiegervater des Propheten Mohammed; nach dessen Tod (632) erster sunnitischer Kalif.
Islamisches Recht nach Abu Bakr
Klare Regeln zum Schutz von Zivilisten: „Das Blut von Frauen, Kindern und Alten soll euren Sieg nicht beflecken.“ Und: „Zerstört keine Palmen, verbrennt keine Häuser oder Felder, und fällt keine fruchttragenden Bäume.“

697 n. Chr. — Der Traum des heiligen Adomnán

Synode von Birr
Der irische Abt Adomnán fühlt sich berufen, Unschuldige im Krieg besser zu schützen, und beruft die Synode von Birr ein.
Cáin Adomnáin (Gesetz der Unschuldigen)
91 Könige aus Irland und Großbritannien unterzeichnen – in Europa als erster internationaler Vertrag bekannt. Schutz für Frauen, Kinder, Geistliche und Unbewaffnete.

1625 — Unruhe in der Republik

Ordnung und Recht
Hugo Grotius fordert in politisch chaotischer Zeit: Krieg darf nie nur um Macht gehen; er muss Regeln folgen – Ziel sind Selbstverteidigung und Wiederherstellung des Friedens.
De Iure Belli ac Pacis
Grotius argumentiert als erster Jurist aus universellen, rationalen Prinzipien – unabhängig von Glaube oder politischer Macht – und legt damit die Basis des modernen humanitären Völkerrechts.

VORKÄMPFER — Hugo Grotius (1583–1645)

Er erlebt zahlreiche Konflikte, arbeitet schon in der Haft in Loevestein am Völkerrecht. Nach der Flucht darf er nie zurückkehren; im Exil setzt er seine Arbeit fort. 1645 stirbt er in Rostock und wird in der Nieuwe Kerk in Delft beigesetzt.

„Man soll, soweit möglich, den Tod unschuldiger Bürger verhindern – selbst unbeabsichtigt.“ – Hugo Grotius

Bild: Le Droit de la Guerre et de la Paix (1724), die französische Übersetzung von Hugo Grotius’ De iure belli ac pacis (Über das Recht des Krieges und des Friedens)


1863 — Der Amerikanische Bürgerkrieg

Kontext
1861 beginnt der Krieg zwischen Nord- und Südstaaten; die Regeln von 1806 regeln weder bewaffnete Zivilisten noch die Unterscheidung Zivilist/Soldat.
Der Lieber-Code
1863 verfasst Francis (Franz) Lieber einen Verhaltenskodex für die Unionsarmee: Verbot von Plünderung, Verletzung, Vergewaltigung und Tötung der Bevölkerung in besetzten Gebieten.

VORKÄMPFER — Francis (Franz) Lieber (1798–1872)

In Berlin geboren, kämpft er gegen Napoleon und im griechischen Unabhängigkeitskrieg – und erlebt Kriegsfolgen unmittelbar. Mit 29 emigriert er in die USA und lehrt ab 1860 Politikwissenschaft an der Columbia University. Neben dem Lieber-Code schreibt er über gleiche Rechte und Abschaffung der Sklaverei.

„Unnötiges Töten oder Töten aus Rache ist verboten.“ – Francis (Franz) Lieber

Bild: Professor Francis Lieber, um 1860.

1864 — Die Schlacht bei Solferino

Augenzeuge des Grauens
Henry Dunant fordert internationale Regeln und neutrale, geschulte Freiwillige – es entstehen die erste Genfer Konvention und das Rote Kreuz.
Genfer Konvention
Weltweit unterzeichnet. Verpflichtet zur Versorgung Verwundeter – unabhängig von Nationalität – und schützt medizinisches Personal und das Rotkreuz-Emblem.

VORKÄMPFER — Henry Dunant (1828–1910)

1859 erlebt er die Folgen von Solferino: Tausende ohne Hilfe. Er schreibt Eine Erinnerung an Solferino, fordert klare Absprachen und einen festen Freiwilligenkorps; Grundprinzip: Neutralität. 1901 erhält er den ersten Friedensnobelpreis.

„Tutti fratelli – wir sind alle Brüder.“ – Henry Dunant

Bild: Henry Dunant, aufgenommen um 1850–1860.

1899 & 1907 — Wettrüsten & Haager Friedenskonferenzen

Spannungen & Technik
Geheimes Bündnis FR–RU; DE zieht sich aus Abkommen zurück; neue Technologien befeuern das Wettrüsten.
Haager Konferenzen
20 Verträge: Regeln zu neuen Technologien (Ballons, explodierende Geschosse), Schutz für Kriegsgefangene, Zivilpersonen und Kulturgüter.

VORKÄMPFERIN — Bertha von Suttner (1843–1914)

Die österreichische Pazifistin antwortet auf den Russisch-Türkischen Krieg mit Die Waffen nieder!, hält Vorträge, organisiert Kongresse, fördert Friedensbewegungen, das Friedenspalais (mit Andrew Carnegie). 1905 wird sie erste Friedensnobelpreisträgerin.

„Ein Hauptbestandteil unserer Lebenskraft scheint in Vergessenheit geraten zu sein.“ – Bertha von Suttner

Bild: Bertha von Suttner, 1906.

26 Juni 1945 — Zweiter Weltkrieg & UN-Charta

Nie wieder
Der größte Krieg endet mit der ersten Atombombe. Unter ~25 Mio. zivilen Opfern: die systematische Verfolgung und Ermordung von ca. sechs Mio. Juden sowie Roma und Sinti.
Charta der Vereinten Nationen
In San Francisco legen die Alliierten Pflichten für Frieden/Sicherheit fest und Ausnahmen, die Krieg rechtfertigen – im Sinne von Grotius’ Büchern I–II (jus ad bellum). 1945: 51 Unterzeichner; heute: 193.

1949

Neue Absprachen nach dem Zweiten Weltkrieg
Als Reaktion auf das enorme Kriegsleid kommen Staaten zusammen, um Regeln festzulegen, die unnötiges Leid in bewaffneten Konflikten verhindern. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist Hauptorganisator dieser Konferenz und spielt in Vorbereitung und Verhandlungen eine aktive Rolle.
Die Genfer Abkommen
Die Genfer Abkommen des 19. Jahrhunderts entwickeln sich weiter; 1949 erfolgt die wichtigste Erweiterung. Vier Abkommen werden verabschiedet und von allen Staaten der Welt unterzeichnet. Sie regeln den Schutz der Verwundeten zu Land und zur See, die Behandlung von Kriegsgefangenen und den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten.

1954

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Während des Krieges wurden zahllose Denkmäler, Museen, Archive und religiöse Gebäude gezielt angegriffen, geplündert oder zerstört. Danach setzte sich die Erkenntnis durch: Auch Kulturerbe braucht stärkeren Schutz.
Die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut
Dieses Übereinkommen verpflichtet Staaten, Kulturgut in Kriegszeiten zu schonen. Kulturgut darf nicht gezielt angegriffen werden. Das Blue-Shield-Zeichen markiert Schutzobjekte.

1970

Angst vor einem nuklearen Krieg
Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki wächst die Sorge über Kernwaffen. Die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich besitzen sie bereits; weitere Staaten wollen nachziehen. Die Drohung totaler Vernichtung macht Abkommen unverzichtbar.
Der Nichtverbreitungsvertrag (NVV/NPT)
Der Vertrag soll die Verbreitung von Kernwaffen verhindern. Staaten ohne Kernwaffen verpflichten sich, keine zu entwickeln oder zu erwerben. Staaten, die bereits Kernwaffen besitzen, müssen über Abrüstung verhandeln. Kernenergie soll weltweit für friedliche Zwecke verfügbar bleiben. Der Vertrag wird von nahezu allen Staaten der Welt unterzeichnet.


VORKÄMPFER — „Make love, not war“

Yoko Ono erlebt als Kind die Bombardierung Tokios. 1969 veranstaltet sie mit John Lennon das „Bed-in“ als friedlichen Protest gegen den Vietnamkrieg.

„Erklärt es. Genau so, wie wir den Krieg erklären. So werden wir Frieden haben… wir müssen es nur erklären.“ – John Lennon (1940–1980)

Bild: Yoko Ono und John Lennon im Hilton Hotel Amsterdam während ihres Bed-Ins, 1969.

VORKÄMPFER — Ärzte ohne Grenzen (MSF)

Biafra (1967–1970): Hunger, blockierte Hilfe. Zwei französische Rotkreuzärzte gründen 1971 MSF – unabhängige medizinische Nothilfe, öffentliches Anprangern von Verstößen; das Rote Kreuz setzt dagegen auf vertraulichen Dialog für humanitären Zugang.

„Wo die Not am größten ist, sind wir da… wir geben alles für unsere Patientinnen.“ – Ärzte ohne Grenzen

Bild: Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières).

1972 — Vietnamkrieg & Biowaffenübereinkommen

Krieg im Wohnzimmer
Napalm und Agent Orange verwüsten Mensch und Natur; erstmals zeigt das Fernsehen den Krieg weltweit.
Biowaffenübereinkommen
Auf IKRK-Vorschlägen (1956) beruhend, entstehen nach Vietnam neue Protokolle: Regeln zu chemischen, nuklearen, biologischen Waffen; Verbot von Entwicklung, Produktion und Lagerung bakteriologischer/Toxinwaffen.

VORKÄMPFER — Weltweite Proteste

Als „erster Fernsehkrieg“ löst Vietnam Massenproteste in den USA und Europa aus – auch große Demonstrationen in den Niederlanden.

„Wenn wir die Welt verändern können, warum dann nicht von Nijmegen aus?“ — Koos van Zomeren

Bild: Demonstration gegen den Krieg in Vietnam und Kambodscha (in Nijmegen), 1975.

1976

Angst vor Umweltmanipulation
Im Kalten Krieg experimentieren Staaten mit Wetterbeeinflussung. Die Sorge wächst, solche Methoden könnten als Waffen dienen.
ENMOD-Übereinkommen
Verbietet Umweltveränderung als Kriegsmittel. Staaten dürfen Klima, Natur oder geophysikalische Prozesse nicht zu feindlichen Zwecken manipulieren.

1977

Veränderte Kriegsführung
Nach 1945 treffen Bürger- und Guerillakriege Zivilpersonen immer stärker; interne Konflikte sind nur schwach geregelt.
Zusatzprotokolle zu den Genfer Abkommen (1977)
Zwei Protokolle erweitern den Schutz von Opfern – Zivilpersonen und verwundeten Kämpfern – in internationalen wie nicht-internationalen Konflikten.

1980

Grenzen für „konventionelle“ Waffen
Erfahrungen aus Konflikten wie Vietnam zeigen: Manche gängige Waffen verursachen übermäßige Verletzungen oder wahllose Wirkung.
Übereinkommen über bestimmte konventionelle Waffen (CCW)
Verbietet oder beschränkt u. a. Brandwaffen, Minen und Sprengfallen.

1987

Das Ende des Kalten Krieges rückt näher
Die nukleare Spannung in Europa kulminiert; Massenproteste nehmen zu. Mit der Annäherung zwischen Gorbatschow und Reagan wird Abrüstung möglich.
INF-Vertrag (Mittelstreckenraketen)
Schafft Raketen mit 500–5.500 km Reichweite ab und erlaubt Vor-Ort-Inspektionen – damals ein Novum.

1993

Nie wieder Giftgas
Iraks Chemiewaffeneinsätze gegen Iran und kurdische Zivilisten zeigen: Giftgas ist keine Vergangenheit.
Chemiewaffenübereinkommen (CWC)
Verbietet Herstellung, Lagerung und Einsatz chemischer Waffen, verpflichtet zur Vernichtung von Beständen; die OPCW überwacht.

2000

Kindersoldaten
Weltweit werden Kinder zum Kämpfen gezwungen; frühere Regeln reichen nicht aus.
Fakultatives Protokoll über die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten (2000)
Hebt das Mindestalter für die Teilnahme an Feindseligkeiten auf 18 Jahre an; gilt auch für nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.

VORKÄMPFERIN — Malala Yousafzai

Setzt sich für das Recht auf Bildung ein. Mit 14 von den Taliban angeschossen, kämpft sie weiter – mit ihrer Stiftung. 2013 erhält sie den Internationalen Kinderfriedenspreis von KidsRights.

„Wenn du den Krieg beenden willst, schicke statt Waffen Bücher. Statt Panzern schicke Stifte. Statt eines Soldaten schicke Lehrer.“ – Malala Yousafzai

Bild: Malala Yousafzai, 2014.

2017

Anhaltende atomare Bedrohung
Trotz früherer Abrüstung bleiben Atomwaffen eine Gefahr.
Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW)
Über 120 Staaten beschließen ein Totalverbot; kein Atomwaffenstaat unterzeichnet – der Vertrag zieht dennoch eine moralische Grenze.

2018

Hunger als Waffe
In modernen Kriegen wird Aushungern gezielt eingesetzt: Ernten werden verbrannt, Hilfslieferungen blockiert.
Resolution 2417 des UN-Sicherheitsrats
Verurteilt das Aushungern von Zivilisten, fordert humanitären Zugang, Schutz der Landwirtschaft und Ahndung.

VORKÄMPFERIN — Divina Maloum

Aus Kamerun; wehrt sich gegen Rekrutierung, Ausbeutung und Missbrauch von Kindern. Mit Children for Peace machen über 3.000 Zeichnungen Erlebnisse sichtbar und stärken junge Stimmen. 2019: Internationaler Kinderfriedenspreis.

„Wenn du für eine Sache einstehst, sei darauf vorbereitet, wie ein Baum allein zu stehen. Und wenn du fällst, falle wie ein Samen, der wieder wächst, um erneut zu kämpfen.“- Divina Maloum

Bild: Divina Maloum im Children for Peace-T-Shirt, 2019.

VORKÄMPFERINNEN — Sofiia Tereshchenko, Anastasiia Feskova & Anastasiia Demchenko

Fast 3,5 Mio. Kinder sind weltweit allein auf der Flucht. Geprägt vom Krieg in der Ukraine entwickeln sie eine App, mit der unbegleitete Kinder Essen und sicheren Unterschlupf finden. 2023: Internationaler Kinderfriedenspreis.

„Gib zu keinem Zeitpunkt deines Lebens auf. Es wird immer neue Möglichkeiten geben, von denen du vielleicht nie geträumt hättest.“– Sofiia Tereshchenko

Bild: Sofiia, Anastasiia F. und Anastasiia D. bei der Verleihung des Internationalen Kinderfriedenspreises, 2023.

2022

Mehr zivile Opfer in Städten
Raketen und Artillerie in urbanen Räumen verursachen steigendes Leid und zerstören wichtige Infrastruktur; die Umwelt nimmt dauerhaften Schaden.
Politische Erklärung zu Explosivwaffen in bewohnten Gebieten (EWIPA)
83 Staaten sagen zu, den Einsatz schwerer Explosivwaffen in bewohnten Gebieten zu begrenzen.

VORKÄMPFER — Die „Rote Linie“-Demonstration (Den Haag, 2025)

Am 18. Mai 2025 bilden über 100.000 – und am 15. Juni 2025 rund 150.000 – Menschen eine „rote Linie“ vom Malieveld bis zum Friedenspalast gegen die Haltung des Kabinetts zu Israel. Organisiert u.a. von Ärzte ohne Grenzen, Amnesty, Oxfam Novib – die größte niederländische Demonstration seit zwanzig Jahren.

„Wir ziehen die rote Linie für Gaza!“ – Demonstrierenden

Bild: Die erste „Rote Linie“-Demonstration in Den Haag.

2025

Heute & Morgen — Künstliche Intelligenz
Mehr Systeme nutzen KI – etwa autonome Drohnen mit minimaler menschlicher Kontrolle. Wo das Recht hinterherhinkt, erinnert die Martens-Klausel an den Schutz von Zivilpersonen und Kämpfern.

EU-KI-Verordnung
Anfang 2025 erlässt die EU Regeln für die verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI in Waffen; ein bindender globaler Vertrag zu autonomen Waffensystemen fehlt weiterhin.

HUMANITÄRES VÖLKERRECHT HEUTE

Nach Jahrhunderten von Abkommen bleibt es unverzichtbar – von Gaza und der Ukraine bis Sudan, Jemen, Syrien, Afghanistan, Myanmar und Kongo. Zentrale Prinzipien: Menschen schützen, Gewalt begrenzen, Menschlichkeit im Krieg bewahren. Besonders heikel ist die Verhältnismäßigkeit: Zivile Opfer sind nicht automatisch rechtswidrig; der Gewalteinsatz muss im Verhältnis zum militärischen Ziel stehen – die Grenze ist schwer zu ziehen.

DIE ROLLE DES ROTEN KREUZES UND VON ÄRZTE OHNE GRENZEN

Das Rote Kreuz ist neutral und hilft weltweit: medizinische Versorgung, Registrierung von Kriegsgefangenen, Schutz von Krankenhäusern. Die Genfer Abkommen betrauen es als unparteiischen Vermittler; es setzt auf stille Diplomatie statt öffentlicher Erklärungen.

Ärzte ohne Grenzen (MSF) leistet ebenfalls unabhängige medizinische Hilfe und kann Missstände öffentlich ansprechen.

WICHTIGSTE REGELN DES KRIEGSRECHTS

  • Wer ist ein zulässiges Ziel? Zivilpersonen dürfen niemals absichtlich angegriffen werden. Gleiches gilt für zivile Objekte (Wohnhäuser, Schulen, Geschäfte).
  • Was ist zu schützen? Gesundheitspersonal, Ambulanzen und Krankenhäuser sind keine militärischen Ziele.
  • Wie geht man mit Opfern um? Verwundete erhalten Versorgung; Tote verdienen Respekt. Gefangene dürfen nicht misshandelt werden.

[Hier geht es zur niederländischen Ausstellungsseite]