DAS HANDGEBUNDENE BUCH | „Denken over oorlog en vrede“
Buchbinden ist im 17. Jahrhundert ein Handwerk. Auch die historischen Bücher von Hugo Grotius sind handgebundene Kunstwerke – mit schönen Ledereinbänden und eleganter Schrift. In diesen Vitrinen liegen Ausgaben des Buches „Denken over Oorlog en Vrede“ (Nachdenken über Krieg und Frieden ) von A. C. Eyffinger und B. P. Vermeulen, eine Übersetzung wichtiger Teile aus dem Werk von Hugo Grotius. Gefertigt wurden sie von Buchbinderinnen und Buchbindern von heute. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit dem Thema, dem 17. Jahrhundert und Hugo Grotius hat jede*r ein ganz persönliches neues Design geschaffen. So erzählen Außen- und Innenseite jedes Buches ihre eigene Geschichte. Welches Design spricht dich am meisten an?
BUCHBINDEN | Schritt für Schritt
Wie ein Buch gebunden wird, hängt von Format und Nutzung ab. Ist es groß und schwer? Steht es meist im Regal oder wird es häufig benutzt?
Seit dem frühen Mittelalter nutzt man für dicke, schwere Bücher die gotische bzw. englische Bindung:
- Das bedruckte Papier wird zu Lagen (Katern) gefaltet. Es werden Löcher gestochen, damit der Buchblock genäht werden kann. Das Nähgarn läuft um Schnüre (Heftbünde) am Buchrücken. Diese „Bünde/Rippen“ machen das Buch besonders stabil.
- Der Rücken wird gerundet und mit Leim bestrichen. Darüber kommt eine Schicht dünnes Baumwollgewebe, damit der Block zusammenhält.
- Es folgen die Buchdeckel (Platten). Die für die Bünde verwendeten Schnüre werden durch Löcher im Deckel gezogen – so sind Deckel und Buchblock verbunden. Früher bestanden die Deckel oft aus Holz, heute meist aus Karton.
- Ein Streifen weiches Leder wird mit Leim auf den Rücken geklebt. Eine über die Bünde gespannte Schnur presst das Leder fest an, damit es straff sitzt.
- Auch das Titelschild besteht aus Leder. Die Buchstaben werden sehr präzise mit Goldfolie in das Leder geprägt.
- Zierpapier und andere Verzierungen runden das Buch ab!
Diese Teilausstellung wurde gemeinsam mit der Stichting Handboekbinden realisiert.
Die Stiftung vermittelt Wissen über das handwerkliche Buchbinden und zeigt, warum dieses Handwerk erhalten bleiben muss. Indem sie Buchbinderinnen und Buchbinder mit kreativen oder technischen Aufgaben herausfordert, hält die Stiftung das Buchbinden lebendig.




