Staatsgefängnis

Im 16. Jahrhundert gerieten die niederländischen Provinzen in einen heftigen Streit mit dem spanischen König. Auch die Burg Loevestein war von diesem Freiheitskampf betroffen. Die Spanier erkannten die strategische Lage von Loevestein und stationierten dort Truppen. Doch am 7. Dezember 1570 gelang es einer kleinen Gruppe von Räubern unter der Anleitung von Herman de Ruijter die Burg durch eine gelungene Täuschung zu erobern. Es dauerte allerdings nicht lange bis die Spanier zurückschlugen.

Doch dies sollte noch nicht das Ende der Räubergeschichten sein. 1572 gelang es den Räubern Loevestein endgültig zurückzuerobern. Loevestein ging dann in Staatsbesitz über. Willem von Oranje rüstete die Burg Loevestein auf. Rundum die Burg wurden Festungswalle angelegt und mit Wassergräben noch weiter abgesichert. Innerhalb des Festungswalls wohnten Soldaten. Zu Anfang in Holzbaracken und später in kleinen Steinhäuser, die bis heute erhalten sind. Die Burg steht kahl und leer inmitten der Festung und erschien daher sehr geeignet als Gefängnis. Die Gefangenen waren keine Kriminellen, sondern politisch und religiös Andersdenkende sowie Kriegsgefangene. Der bekannteste Gefangene war Hugo Grotius der, durch seine spektakuläre Flucht in einer Bücherkiste, Loevestein weltberühmt machte.