Die holländische Wasserlinie

Während des Niederländischen Aufstands war Loevestein einer der Stützpunkte im östlichen Grenzgebiet von Holland. Im Jahr 1672 fielen die französischen Truppen unter Ludwig XIV ein.

Schnell wurde eine Verteidigungslinie erbaut. Ab 1673 wurde diese zur dauerhaften Verteidigung ausgebaut und als holländische Wasserlinie bekannt. Das Prinzip ist einfach und höchst effektiv. Teile des Landes werden unter Wasser gesetzt, um das Vorankommen des Feindes zu verhindern. Eine drei bis fünf Kilometer breite und einen halben Meter tiefe Wasserfläche war damals unüberwindbar für Soldaten samt ihrer Ausrüstung. Das Hauptziel dieser Linie war der Schutz des westlichen Landesteils, vor allem das wichtige und mächtige Holland.

Die neue holländische Wasserlinie wurde nie dauerhaft in Betrieb genommen. Drei Mal in der Geschichte kam die Wasserlinie allerdings zur Verteidigung zum Einsatz: während des Deutsch-Französischen Kriegs (1870), während des Ersten Weltkriegs und während der Mobilmachung von 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg schien die Wasserlinie ihren Nutzen verloren zu haben. Loevestein verlor seine militärische Funktion. Am 18. Oktober 1951 wurde Loevestein mittels königlichen Beschluss der Status des militärischen Stützpunktes entzogen. Seither kommt die Burg Loevestein jedoch als „Verteidigungsdenkmal“ weiter zur Geltung.